SUISSE-DROIT DE L’HOMME – Le gouvernement suisse présente ses excuses aux internés administratifs. 40 ans de silence, telle aura été le temps des autorités helvétiques pour admettre de facto l’illégalité et la violation grave des Conventions européennes des Droits de l’Homme, en présentant a ces derniers leurs excuses. Une reconnaissance qui a eu lieu le 10 septembre dernier lors d’une cérémonie à la prison pour femmes d’Hindelbank lieu mythique des incarcérations illégales. Une décision dans lequel les autorités se sont engagées a indemnisé les victimes. Moment exceptionnel le témoignage de femmes, avec la présence de Ursula Biondi Muller ancienne détenue administrative qui a écrit un livre que cette prise de conscience a enfin pu avoir lieu et à la collaboration de la Conseillère nationale Jaqueline Fehr. Jusqu’en 1981, les autorités de tutelle ont placé des jeunes dans divers établissements et institutions par une décision administrative et donc sans procédure judiciaire, pour des causes telles que la « mauvaise conduite », les « mauvaises mœurs » ou l’« ivrognerie ». Ces jeunes gens ne pouvaient pas demander d’examen judiciaire de ces décisions. Souvent, ils ont été placés dans des établissements pénitentiaires dans lesquels ils n’étaient pas séparés des délinquants. La Confédération et les conférences cantonales compétentes ont accepté la demande d’un groupe de femmes qui a subi par le passé ce type de décision administrative et mené une cérémonie à des fins de réparation morale dans le pénitencier abrité par le château de Hindelbank.

NZZ.CH«Wir bedauern es zutiefst» Frauen schilderten in Hindelbank das von ihnen erlebte mit bewegenden Worten. Wir sind bis heute stigmatisiert. Es ist Zeit, dass Behördenvertreter offiziell sagen, dass dies nicht richtig war», forderte Ursula Müller-Biondi, die Vorkämpferin für eine Rehabilitation. Sie war massgeblich an der Entstehung des Buches «Weggesperrt» beteiligt, das am Mittwoch vorgestellt worden ist.

SWISSINFO.CH – Emprisonnées sans procès ni recours : plus jamais! Lors d'une cérémonie commémorative vendredi à Hindelbank, la ministre de la Justice Eveline Widmer-Schlumpf a présenté les excuses de la Confédération aux mineures incarcérées sans procès dans le pénitencier bernois. Entre 1942 et 1981, des milliers de jeunes ont été placés dans divers établissements et institutions suisses pour des motifs tels que mauvaise conduite, paresse au travail ou ivrognerie. Bon nombre ont été internées pour «mauvaises mœurs», c’est-à-dire grossesse hors mariage, et ont été obligées de donner leur bébé à l’adoption.

Ces mesures d’«internement administratif» sans jugement préalable étaient prises par diverses autorités tutélaires. Il n’y avait aucune possibilité de demander l’examen du cas par un juge et les installations n'étaient pas adaptées à de quelconques «mesures d'éducation». C’était le cas au pénitencier du château de Hindelbank, où les internées n'étaient en fait pas séparées des détenues. Certaines ont été ainsi exclues de la société pendant des années et en portent encore le stigmate. Une vingtaine d’entre elles était présentes lors de la commémoration de vendredi au château de Hindelbank.

POLITHINK.CH«Die Forderungen» – Die Schicksale der Opfer und deren Forderungen an die öffentliche Schweiz hat nun Dominique Strebel, Jurist und Journalist beim Beobachter im Buch “Weggesperrt” zusammengetragen. Eine offizielle Entschuldigung, wie sie Ursula Biondi herbeisehnt, ist nur die erste Forderung aus folgendem Katalog, der auch im Beobachter (Ausgabe 18/10) publiziert wurde: Siehe Text.

SWISSINFO.CH«Questo è il giorno più bello della mia vita» – Ursula Müller-Biondi, rinchiusa nel carcere di Hindelbank al quinto mese di gravidanza e all’età di 17 anni, ha rivolto un accorato appello alla giustizia e alla società: «Non permettete che quanto è avvenuto si ripeta!»

Tele Top – News: Entschuldigung bei den Administrativ Versorgten. Gedenk-Veranstaltung Gefängnis Hindelbank

SRF.CH – Tagesschau: Gedenk-Veranstaltung Gefängnis Hindelbank: In den 1940er bis in die 80er Jahren wurden junge aufmüpfige Frauen ohne Vergehen wie Straffällige weggesperrt. Beispielsweise ins Frauengefängnis Hindelbank. Der Bundesrat entschuldigt sich im Rahmen einer Gedenk-Veranstaltung offiziell.

Tele ZüriDana Gablinger's News Report über Ursula Biondi Administrative Versorgte in Strafanstalt Hindelbank

ZEIT.DE – Die Kinderfänger vom Amt – Bis 1981 steckten Schweizer Behörden Jugendliche ins Gefängnis – ohne dass eine Straftat vorlag. Erst jetzt beginnt die Wiedergutmachung - Um 17 Uhr, am Freitag, dem 10. September 2010, geschieht in der Strafanstalt Hindelbank Erstaunliches. Das eidgenössische Justiz- und Polizeidepartment lädt zu einer Gedenkveranstaltung. Es geht um moralische Wiedergutmachung an Menschen, die einst »administrativ verwahrt« wurden. Um Opfer grausamer Behördenwillkür.

Dominique Strebel – «Weggesperrt» – Warum Tausende in der Schweiz unschuldig hinter Gittern sassen – Wer nicht «recht tat», wurde eingesperrt - ohne Gerichtsurteil. Die Beobachter-Spurensuche zu den administrativ Versorgten - einem dunklen Kapitel Schweizer Geschichte. Die 17-jährige Ursula Biondi muss ihr Baby in einem Gefängnis zur Welt bringen, und nur dank ihres erbitterten Widerstands kommt es nicht zur Zwangsadoption. Als der Beobachter diesen Fall aufdeckte, meldeten sich Dutzende weiterer Opfer - Frauen und Männer: Sie alle waren ohne Gerichtsverfahren ins Gefängnis oder in eine Arbeitsanstalt gesteckt worden, administrativ versorgt, wie das damals hiess. Tausende waren betroffen, so schätzt man heute. Behördliche Stempel wie «Unsittlicher Lebenswandel», «Liederlichkeit» oder «arbeitsscheu» genügten für eine Einweisung; wer sich nicht benahm wie erwartet, wurde ohne gerichtliches Urteil eingesperrt. Eine gängige Praxis bis 1981. Die Beobachter-Spurensuche gibt den Betroffenen ein Gesicht, dokumentiert ihren Weg zur Rehabilitierung und fragt, wie sich die Ungerechtigkeiten wiedergutmachen lassen. So entsteht das Bild eines dunklen Kapitels Schweizer Geschichte, das noch nicht lange der Vergangenheit angehört.

Buchvernissage von «Weggesperrt» im Landesmuseum in Zürich mit Regierungsrat Markus Notter. Textausschnitte: Ursula Biondi «Mein ganzes Leben bin ich vor dem Trauma davongerannt», sagte sie am Mittwoch im Landesmuseum an der Vernissage des «Beobachter»-Buches – «Die Vergangenheit darf sich nicht wiederholen. Wir sind verpflichtet, auch heute genau hinzuschauen.» 
«Weggesperrt»

Buch «Weggesperrt» von Dominique Strebel – Textausschnitt: Madeleine Ischer (1949), mit 17 nach Hindelbank: Den Liebesbrief konnte ich erst 43 Jahre später lesen. Ich resignierte völlig, bis ich eine Mitinsassin traf, Ursula Biondi. Sie war gleich alt und schwanger wie ich ein Jahr zuvor. Ich wusste, was ihr alles bevorstand. Deshalb begann ich, für sie zu kämpfen. Das gab mir wieder Mut zum Leben. Ursula kam im April 1968 frei, ich musste noch ein halbes Jahr warten. Sie konnten nicht anders, als mich freizulassen, weil der Berner Polizeidirektor Robert Bauder gegen meine Anstaltseinweisung protestierte. Mein Vormund hatte mich ohne gültige Rechtsgrundlage nach Hindelbank eingewiesen. 

«Weggesperrt: Warum Tausende in der Schweiz unschuldig hinter Gittern sassen»
Leseproben
 

Zürcher Landzeitung – «Nicht entschuldbare Willkür» «Administrativ versorgt»: Politik sucht passende Worte für dunkles Kapitel der Sozialgeschichte Der Schaden ist immens sagt Ursula Biondi … es war ein Brechen von Menschen nur das sie sich anpassten

SRF.CH – Club: Es ist ein dunkles Kapitel Schweizergeschichte: Mehrere 10000 Kinder und junge Menschen wurden bis in die 80er-Jahre unschuldig in Gefängnissen und Anstalten «versorgt».
Ursula Biondi, als Jugendliche unschuldig weggesperrt, Sergio Devecchi, ehem. Heimkind, Bernadette Gächter unter Zwang sterilisiert, Roland Begert, ehem. Heim- und Verdingkind.

Die Filmsequenz von 1.37 Min. zeigt auf, wie nah Ursula Biondi (Initiantin) diese ganze emotional geladene Debatte ging. Filmsequenz

Kommentar zum Club von Ursula Biondi: Dieser „Club“ war für mich die reinste Zitterpartie und ein Spiessrutenlauf und das drei Tage vor der geplanten bevorstehenden offiziellen Entschuldigung für die administrativ versorgten Menschen vor 1981 im Schloss Hindelbank (10.09.2010), für die eine offizielle Entschuldigung mit einer Entstigmatisierung zwingend war! Deshalb war die Zusammensetzung der Teilnehmer in jenem Club insofern unglücklich, als es im Hinblick auf den kurz bevorstehenden Anlass im Schloss Hindelbank mehr Teilnehmer aus der Gruppe von ehemaligen administrativ Versorgten gebraucht hätte, die für eine offizielle Entschuldigung tatkräftig eingetreten waren. Deshalb kam es dazu, dass einer der Teilnehmer im „Club“, ein ehemaliges Verdingkind, sich dahingehend äusserte, dass es nicht genüge, „leere Worthülsen mit warmem Atem in die Luft zu lassen“, und ein anderer Teilnehmer, ein ehemaliges Heimkind, sagte, dass es ihm persönlich eigentlich „wurscht“ sei, ob sich Frau Widmer-Schlumpf entschuldige. Dies bedeutete für mich eine zusätzliche nervliche Belastung in dieser ohnehin gespannten Atmosphäre durch diese völlig unerwarteten vernichtenden Äusserungen der beiden ehemaligen Verding- und Heimkinder in dieser Sendung! Ein Albtraum für jemanden, der seit anfangs 2000 und acht Jahre später zusammen mit dem Beobachter, vielen Mitstreiter*Innen von Betroffenen, unterstützenden Behördenmitgliedern, Politiker*Innen auf dieses Ziel (eine offizielle Entschuldigung für die Opfer von administrativ Versorgten zu erhalten) intensiv hingearbeitet hatte. Nur mit Rücksicht auf den Fortgang der Sendung verabschiedete ich mich nicht vorzeitig.
Dankeskarte

TAGESANZEIGER.CH – «Wir wurden weggesperrt» – Bis vor 30 Jahren wurden Jugendliche, die nicht spurten, wie Straftäter weggesperrt. Zum Beispiel ins Frauengefängnis Hindelbank. Dort findet in einer Woche ein Akt der «moralischen Wiedergutmachung» statt. Textausschnitt: Der Verdacht muss weg. Mit dem Treffen in Hindelbank kommt Ursula Biondi ihrem Ziel einen wichtigen Schritt näher. Sie hat eine «Anlaufstelle für administrativ versorgte Frauen und Männer 1942–1981» gegründet. Seit zehn Jahren kämpft sie dafür, dass «die Behörden hinstehen und sagen, dass es falsch gewesen sei, Menschen auf diese Art wegzusperren». Erst vor gut zwei Jahren fand sie im «Beobachter» öffentlich Gehör. Vom Anlass in Hindelbank erwartet Ursula Biondi nun eine «moralische Wiedergutmachung».