Veranstaltung: Rheinfelder Tage «Psychosomatik und Trauma» – Schweizerische Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM, Interdisziplinären Netzwerks Psychotraumatologie Schweiz, INPS Traumatisierung durch administrative Versorgungen in der Schweiz des 20. Jahrhunderts Dr. phil. des. Loretta Seglias, Frau Ursula Müller Biondi. Bis in die 80er Jahre kannte die Schweiz die Praxis sogenannter «fürsorgerischer Zwangsmassnahmen». Dazu gehörten administrative Versorgungen; Einweisungen in geschlossene Institutionen / Strafanstalten ohne Gerichtsurteil. Über die Folgen einer solchen Massnahme spricht die Historikerin Loretta Seglias mit der Betroffene Ursula Müller-Biondi.

LANDBOTE.CH – «Ich werde täglich bestraft». Als Mädchen rebellierte sie – das brachte Madeleine Ischer nach fast zwanzig Stationen in Heimen in die Strafanstalt Hindelbank. Heute will die 65-Jährige vor allem eines: den Lohn für die Arbeit, die sie im Gefängnis machen musste. 
Textausschnitt: Ein Liebesbrief in der Akte – Erst 2009 hat Madeleine Ischer begonnen, ihre Geschichte aufzuarbeiten. Damals fand sie ihre Freundin aus Hindelbank, Ursula Biondi, wieder. Diese sprach in der Sendung «Aeschbacher» über ihre Erlebnisse in Hindelbank. Erst vor fünf Jahren erhielt Ischer mit Biondis Hilfe Akteneinsicht. Und erfuhr Dinge, die ihr verschwiegen wurden. In den Akten war zum Beispiel ein Liebesbrief des Vaters ihres ersten Sohnes. Er wollte sie heiraten, stand darin. Doch ihr wurde der Brief nie weitergeleitet. Zusammen mit Ursula Biondi und anderen Betroffenen ist sie im Verein Ravia organisiert. «Ravia» steht für «Rehabilitierung der administrativ Versorgten»

Der Kampf war steinig und hart!
Kurzer Rückblick:

SRF.CH – Reporter: Ein Leben lang bestraft. Diesen Sommer wartet «Reporter Sélection» mit einem aussergewöhnlichen Blick in die Vergangenheit auf: Die Sendung zeigt eine Auswahl derjenigen Filme, die nach Ausstrahlung Wellen geworfen haben. Die Reportage über Ursula Biondi wurde am 15. April 2009 erstausgestrahlt.

SRF.CH – Tagesschau: Rehabilitierung für Opfer von Zwangsmassnahmen Opfer von Zwangsmassnahmen – also auch Verdingkinder – sollen finanziell rasch entschädigt werden. Dies verlangt der Runde Tisch, der vor einem Jahr eingesetzt wurde, um Gerechtigkeit zu schaffen. Heute hat er in Bern seine Forderungen präsentiert.

BAZ.CH – «Ihr freier Lebensstil lastet auf unseren Schultern.» Nach dem Marsch für die Wiedergutmachungsinitiative ziehen die Initianten Guido Fluri und Ursula Biondi Bilanz und sprechen über einzelne Begegnungen. Immer mehr Fragen kommen von Jugendlichen.

RTS.CH – Le Journal: Les anciens enfants placés ont transmis le texte de leur initiative populaire au Conseil des droits de l'homme C'est la dernière étape d'une marche de solidarité à travers la Suisse romande pour récolter des signatures.

Canal AlphaMarche de solidarité pour les enfants placés Une initiative sur la « réparation de l'injustice faite aux enfants placés de force et aux victimes de mesures de coercition prises à des fins d'assistance » a été lancée, il y a deux mois. Victimes, bénévoles et politiciens prennent part à la marche de solidarité pour récolter des signatures. A Neuchâtel, la conseillère nationale, Sylvie Perrinjaquet était présente. L'objectif principal de cette initiative est la reconnaissance du peuple suisse, comme l'explique Ursula Biondi, présidente de RAVIA.

Tele Top – News: Verdingkinder - Kritik am runden Tisch

Vortrag: Vor dem Schweizerischen Städteverband: «Kann Unrecht gut gemacht werden?» Gastreferentin Dr. h.c. Ursula Biondi –Zeitzeugin - Administrative Versorgung und fürsorgerische Zwangsmassnahmen

Bibliothek Bienzgut, Bern-Bümpliz: «Administrative Versorgungen bis 1981» Referat von Ursula Biondi: «Die Folgeschäden der damaligen Behördenwillkür sind verheerend»

Tele Top – News: Initiative will Millionen-Fonds für Opfer von Zwangsmassnahmen Im Gespräch mit Nationalrätin Jacqueline Fehr, Ursula Biondi, Maria Magdalena Ischer und Guido Fluri. Die Opfer administrativer Zwangsmassnahmen verdienen nicht nur eine Entschuldigung, sondern auch eine Entschädigung. Eine Volksinitiative, die in Bern lanciert worden ist, verlangt einen mit 500 Millionen Franken dotierten Wiedergutmachungs-Fonds.

BEOBACHTER.CHDie Schuld der Schweiz – Schweizer Behörden haben Tausende Kinder und Jugendliche verdingt, ­weggesperrt, sterilisiert, psychiatrisiert und zur Adoption ­freigegeben. Viele Betroffene leiden bis heute. Sie müssen endlich entschädigt werden… Erst im Jahr 2008 wurde das Thema politisch wieder aktuell, als der Beobachter das Schicksal von Ursula Biondi publik machte, die 1967 als 17-Jährige im Frauengefängnis Hindelbank versorgt worden war. Wie viele andere war auch ­Ursula Biondi ohne Gerichtsurteil weg­gesperrt worden, nur weil sie unverheiratet schwanger geworden war. -
Das brachte den Stein ins Rollen. Seither kann man das düstere Stück Schweizer Sozialgeschichte nicht mehr totschweigen. Im September 2010 entschuldigte sich Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf an einer Feier in Hindelbank vor zwei Dutzend Betroffenen.

RTS.CH – Infrarouge: Enfants placés : la Suisse doit-elle payer? La Suisse a demandé pardon aux victimes, mais est-ce suffisant ? Ne doit-on pas les indemniser ? Infrarouge ouvre le débat avec de nombreux témoignages.

BEOBACHTER.CH – Behördenopfer – Weggesperrte rehabilitiert – Das Parlament hat ein Gesetz beschlossen, das sogenannt administrativ Versorgte rehabilitiert – der Staat gesteht damit ein, dass den Betroffenen Unrecht zugefügt wurde. In der Schweiz wurden Menschen bis Anfang der achtziger Jahre ohne Gerichtsurteil in Gefängnissen und Strafanstalten weggesperrt. Nun hat das Parlament ein Gesetz beschlossen, das Betroffene rehabilitiert – der Staat gesteht damit ein, dass den sogenannten administrativ Versorgten Unrecht zugefügt wurde. Geld sollen sie aber nicht bekommen. Auf ihr Schicksal hatte der Beobachter erstmals vor sechs Jahren aufmerksam gemacht, mit einem Artikel über die 1967 als 17-Jährige im Frauengefängnis Hindelbank versorgte Ursula Biondi. Der Beitrag löste in breiten Kreisen Empörung über die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen aus.