LANDBOTE.CH – «Ich werde täglich bestraft». Als Mädchen rebellierte sie – das brachte Madeleine Ischer nach fast zwanzig Stationen in Heimen in die Strafanstalt Hindelbank. Heute will die 65-Jährige vor allem eines: den Lohn für die Arbeit, die sie im Gefängnis machen musste.
Textausschnitt: Ein Liebesbrief in der Akte – Erst 2009 hat Madeleine Ischer begonnen, ihre Geschichte aufzuarbeiten. Damals fand sie ihre Freundin aus Hindelbank, Ursula Biondi, wieder. Diese sprach in der Sendung «Aeschbacher» über ihre Erlebnisse in Hindelbank. Erst vor fünf Jahren erhielt Ischer mit Biondis Hilfe Akteneinsicht. Und erfuhr Dinge, die ihr verschwiegen wurden. In den Akten war zum Beispiel ein Liebesbrief des Vaters ihres ersten Sohnes. Er wollte sie heiraten, stand darin. Doch ihr wurde der Brief nie weitergeleitet. Zusammen mit Ursula Biondi und anderen Betroffenen ist sie im Verein Ravia organisiert. «Ravia» steht für «Rehabilitierung der administrativ Versorgten»