PSZEITUNG.CH – Historiker Thomas Huonker im Gespräch mit Julian Büchler. «Zwang war der Normalfall». Textausschnitt: Das Schweizerische Fernsehen arbeitete in einem Dok-Film einen Teil der Geschichte von Ursula Biondi auf, die als junge Frau Opfer von fürsorgerischen Massnahmen wurde. Sie schildert, dass ihre Eltern von den Behörden zu einer fürsorgerischen Zwangsmassnahme gedrängt wurden. Ein Einzelfall? Nein, Zwang war der Normalfall. Eine Form des Zwangs war die Drohung mit andernfalls noch schärferen Zwangsmassnahmen. Im Fall von Ursula Biondi wurde den Eltern von den Behörden vorgemacht, ihre Tochter käme zur beruflichen Weiterbildung in eine Art Töchterinstitut. Sie merkten zu spät, dass sie ins Frauenzuchthaus Hindelbank kam. Es war eine schwere Stigmatisierung administrativ Eingewiesener, dass sie in Zuchthäuser, zu Kriminellen, verbracht wurden. Obwohl sie keine Straftat begangen hatten, galten sie der Aussenwelt fortan als «Zuchthäusler». 

Ausstellung: „Meine Geschichte – mein Recht« – ein Jahr unschuldig im Gefängnis: eine Betroffene erzählt – Im Rahmen der Ausstellung „Meine Geschichte – mein Recht« war Frau Biondi zu Gast am GIBZ und erzählte aus Ihrem Leben

SRF.CH – Kulturplatz: Ringen um die Menschenrechte 1948 hat die UNO die Menschenrechte proklamiert, doch auch heute noch geraten diese immer wieder in den Clinch, mit politischer Ideologie, staatlicher Willkür, religiöser Überlieferung oder mit kulturellen Traditionen, auch hierzulande. Eine aktuelle Bestandesaufnahme.

Einladung zum Anlass im Staatsarchiv des Kantons Zürich: Austausch zwischen Forschenden und Betroffenen fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981.

Referat: Anna-Göldi-Museum in Ennenda - Meine Geschichte, mein Recht – bewegende Geschichten aus der Schweiz Gespannt warteten die Ausstellungsbesucher auf das Referat von Ursula Biondi, Empfängerin des Anna-Göldi-Menschenrechtspreises im Jahr 2015. - «Sie nahmen mir mein Kind und meine Würde. Die Zeit im Gefängnis hat tiefe seelische Wunden hinterlassen. Tausende von Menschen sind früher vom Staat gebrochen worden. Wenn wir den Menschenrechten nicht Sorge tragen, kann das jederzeit wieder passieren», lautete ihr unmissverständliches Statement.

90 Jahre Beobachter - Eine Zeitschrift verändert die Schweiz - Der Beobachter hat nicht nur eine bewegte Geschichte, er hat auch viel bewegt. U.a. 2008 für Gerechtigkeit für Verdingkinder und administrativ Versorgte als der Beobachter erstmals von Ursula Biondi berichtete, die als «Erziehungsmassnahme» ein Jahr lang unschuldig in der Strafanstalt Hindelbank sass. Redaktor Dominik Strebel recherchiert intensiv und veröffentlicht 2010 im Buch «Weggesperrt» weitere Fälle. Und erstmals entschuldigt sich am 10. September 2010 mit Eveline Widmer-Schlumpf der Bundesrat, für das Unrecht, welches man den Opfern angetan hat.

TAGESANZEIGER.CHWas die Opfer von Zwangsmassnahmen davon abhält, Geld einzufordern. Textausschnitte: Ursula Biondi, eine der Vorkämpferinnen der Wiedergutmachungsbemühungen sagt: «Die Politik hat viel zu lange gewartet. Viele sind inzwischen gestorben.» Andere seien nach dem zögerlichen Vorgehen von Bundesrat und Parlament resigniert und wütend, dass sie so lange hingehalten worden seien. «Man hätte das schon um die Jahrtausendwende machen können.» Viele hätten das Geld dringend nötig. – Biondi fordert, dass die Gesuche der sehr alten oder kranken Betroffenen vordringlich behandelt und ihnen nicht erst planmässig im April 2018 ausbezahlt wird, sondern schon vorher. Und dass der Minimalbetrag erhöht wird, falls Geld übrig ist. Dasselbe fordert auch Thomas Huonker, der wie Ursula Biondi im Komitee der zurückgezogenen Wiedergutmachungsinitiative sitzt. Initiant Guido Fluri ist anderer Meinung: Eine vorzeitige Auszahlung oder Erhöhung des Maximalbetrags wäre seiner Ansicht nach unfair gegenüber jenen, die Zeit benötigen, bis sie zu ihrer Geschichte stehen können.

FOJ.CHFOJ Fondation Officielle de la Jeunesse, Genève – Au cœur du sujet - Se souvenir : Découvrez le témoignage de Dr. h.c. Ursula Biondi, ancienne internée administrative, et qui se bat encore aujourd’hui avec force et colère contre cette injustice infligée à toutes ces personnes victimes de mesures de coercition à des fins d’assistance jusqu’en 1981!

Museumsnacht: - Das Staatsarchiv beteiligte sich auch 2017 an der Berner Museumsnacht vom 17. März und widmete sich mit dem Titel «Verdingt - versorgt – verdrängt» den Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen
Moderation: Bernhard Giger GESPRÄCHE MIT GÄSTEN u.a. mit Dr. h.c. Ursula Biondi, 1967 als 17jährige in Hindelbank administrativ versorgt, weil sie unmündig schwanger geworden war.

UNI BERNBericht Zwischenbilanzworkshop - UEK Administrative Versorgungen Dieser Bericht dokumentiert den öffentlichen Zwischenbilanzworkshop der UEK. Nach einem zusammenfassenden Rückblick auf die verschiedenen Referate des Tages und die darin angesprochenen Themen werden den Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern das Podium vorgestellt. Auf dem Podium diskutieren: Dr. Dr. h.c. Markus Notter, Präsident UEK, Dr. h.c. Ursula Biondi, Präsidentin RAVIA, Dr. Tanja Rietmann, Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZFG), Universität Bern, Dr. Christel Gumy, Forschungsleiterin UEK

Guido Fluri Stiftung - Magazin: Dr. h.c. Ursula Müller-Biondi: «Ich habe es nur geschafft, weil ich 33 Jahre lang vor der Trauma­tisierung weg­gerannt bin. Jedes Mal, wenn sie mich einholte, habe ich ein neues Projekt gestartet – immer nach dem Motto vorwärts, vorwärts, vorwärts. So habe ich viel erreicht im Leben.»

Neujahrsglückwünsche – Heimkind bei der Feldarbeit, Kindererziehungsheim Oberbipp, Kanton Bern, 1940. Bundesrat und Parlament haben entschieden, das Verdingkinder und andere Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen Anrecht auf Wiedergutmachung haben.
Dankeskarte mit Neujahrsglückwünschen von BR. S. Sommaruga

SRF.CHJahresrückblick 2016 – Wiedergutmachungsinitiative

SRF.CH – Verdingkinder: Grünes Licht für finanzielle Entschädigung. Ehemalige Verdingkinder und andere Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen erhalten vom Bund einen Solidaritätsbeitrag von bis zu 25'000 Franken.
SRF DOK - «Man kann das Erlebte nicht ungeschehen machen»

«Sondermarke für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen» – In Gedenken an das erlittene Unrecht widmet die Schweizerische Post den Opfern von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 eine Sondermarke mit Zuschlag. Vertreter der Post haben die Marke am Donnerstag im Bundeshaus Bundesrätin Simonetta Sommaruga sowie Vertreterinnen und Vertretern der Opfer übergeben. Die Zusatzeinnahmen aus dem Verkauf der Sondermarke kommen vollumfänglich den Opfern zugute.