Tribune de Genève – La Suisse leur demande Pardon : Enfance volée Pendant un siècle, des dizaines de milliers d’enfants ont été internés dans des intitutions ou placés de force dans des familles, corvéables à merci, sans la moindre protection, souvent abusés sexuellement…

BEOBACHTER.CH – Zwangsversorgte: «Ich bitte Sie von ganzem Herzen um Entschuldigung» 
Textausschnitte: Die offizielle Schweiz will mit dem Anlass «einen Beitrag zur Anerkennung der schwierigen Umstände» leisten, in denen diese Menschen aufgewachsen seien, heisst es in der Einladung. Das ist löblich. Doch für Ursula Biondi, 1967 von den Vormundschaftsbehörden als schwangere 17-Jährige ein Jahr lang als «Erziehungsmassnahme» ins Frauengefängnis Hindelbank gesteckt, ist klar: Mit salbungsvollen Reden und belegten Brötchen geben sich die Betroffenen am 11. April nicht zufrieden. «Was es braucht, ist eine offizielle Entschuldigung», sagt sie. Und: «Aufs Tapet kommen muss nun endlich auch die Frage der finanziellen Entschädigung.» Das dunkle Kapitel abschliessen. Ein grosser Teil der Opfer lebt in finanziell prekären Verhältnissen. Selbst jene, die genügend Kraft und Glück gehabt hätten, sich eine Existenz aufzubauen, seien bis heute traumatisiert und innerlich gebrochen, so Biondi. «Entschädigungen machen die Verletzungen, die man uns zugefügt hat, nicht rückgängig», sagt sie. «Aber sie wären ein Zeichen dafür, dass man anerkennt, uns Unrecht angetan zu haben.» 

SCHWEIZERBAUER.CH – Bundesrätin Sommaruga entschuldigt sich bei Verdingkindern. Bis in die 70er-Jahre waren in der Schweiz Waisen und Kinder armer Familien häufig bei Bauern untergebracht worden, wo sie für Kost und Logis hart arbeiten mussten und kaum je ein gutes Wort hörten. Viele dieser ehemaligen Verdingkinder berichten von schweren Misshandlungen, behördlicher Willkür und Behörden, die wegschauten. Oder administrativ Versorgte: «Ich kam mit 17 nach Hindelbank, ohne Gerichtsurteil», berichtete Ursula Biondi als Betroffene. «Mein einziges Vergehen war, dass ich jung war, leidenschaftlich, ich begehrte auf, und ich erwartete ein Baby, ohne verheiratet zu sein. Der Staat wollte mich nacherziehen.» Nach der Entlassung sei an den Versorgten das Stigma haften geblieben, im Gefängnis gewesen zu sein. «Der Staat hat uns mit seiner Willkür schlimme Wunden zugefügt». Wegen des Leides und weil viele der einstigen Versorgten immer wieder aus der Bahn geworfen würden, sei ein Härtefall-Fonds nötig. 

YOUTUBEAnsprache von Ursula Biondi am Gedenkanlass in Bern

TAGBLATT.CHZur «Nacherziehung» weggesperrt – Ursula Biondi wurde für ihre erste Liebe bitter bestraft. 2008 gelangte sie über den «Beobachter» an die Öffentlichkeit, um andere Betroffene ausfindig zu machen. Endlich zeigte sich, dass sie mit ihrem Leid nicht allein war. Biondi gründete eine Anlaufstelle für administrativ Versorgte 1942–1981 und begann zusammen mit anderen Betroffenen für eine offizielle moralische Entschuldigung zu kämpfen. Im September 2010 war es so weit: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf entschuldigte sich in Hindelbank bei den unzähligen administrativ Versorgten. «Dies war für mich lebenswichtig», sagt Biondi. Seither fühle sie sich innerlich freier. Eine grosse Last sei von ihr abgefallen. Sie engagierte sich weiter für eine gesetzliche Rehabilitierung sowie Anlaufstellen und war 2011 Mitgründerin des Vereins Ravia (Rehabilitierung der administrativ Versorgten).

20MIN.CHOhne Grund im Knast: «Unser Leid müssen wir mit ins Grab nehmen» – Ein neues Gesetz soll «administrativ Versorgte» - Menschen, die bis 1981 ohne Begründung ins Gefängnis gesteckt wurden - rehabilitieren. Dies sei auch für zukünftige Generationen wichtig, sagt eine Betroffene.

World Radio Switzerland«Teen mom 'marked for life' tells story». From 1930 till as recently as 1981, thousands of people were detained in Switzerland without a trial.

TAGESANZEIGER.CH – Zürcher Regierung entschuldigt sich bei «administrativ Versorgten» Der Zürcher Regierungsrat entschuldigt sich offiziell bei jenen Menschen, die bis ins Jahr 1981 zu Unrecht in Anstalten eingewiesen wurden. Der Regierungsrat spricht von einem dunklen Kapitel der Sozialgeschichte. Anlass zu dieser Stellungnahme sind die Pläne des Bundesrates, die Rehabilitierung der «administrativ Versorgten» gesetzlich zu verankern. Bereits im Herbst 2010 leistete der Bund öffentlich Abbitte. «Ich möchte in aller Form um Entschuldigung bitten», sagte die damalige Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf an einem als «moralische Wiedergutmachung» organisierten Gedenkanlass. 

Tele Züri – Züri News: Zürcher Regierungsrat entschuldigt sich bei den Administrativ Versorgten. Doch es gibt keine Entschädigung für die Opfer. Im Gespräch mit Ursula Biondi.

BEOBACHTER.CHZwangsmassnahmen: Gebt mir mein Kind zurück – Schweizer Behörden nahmen bis in die siebziger Jahre unverheirateten Müttern ihre Kinder weg. Die Frauen haben bis heute kein Recht, etwas über ihre Töchter und Söhne zu erfahren.

BEOBACHTER.CH – Verdingt, versorgt, vergessen – Lange genug gewartet. Betroffene früherer Zwangsmassnahmen werden ungeduldig. Die offizielle Schweiz lässt sich Zeit, sich der eigenen Geschichte zu stellen. Zwei Jahre sind vergangen, seit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf an einem bewegenden Anlass im Frauengefängnis Hindelbank administrativ Versorgte empfing. Textausschnitte: Seit der Feier ist es still geworden. Bei weiteren Betroffenen fürsorgerischer Zwangsmassnahmen hat sich die offizielle Schweiz nicht entschuldigt – weder bei den Kindern, die verdingt oder ins Waisenhaus gebracht wurden, obwohl sie keine Waisen waren, noch bei den Frauen, die man gegen ihren Willen oder ohne ihr Wissen sterilisierte. … Nun verlieren die Betroffenen die Geduld. Die Vereine der administrativ Versorgten, Fremdplatzierten, Netzwerk-Verdingt und eine Gruppe Zwangssterilisierter wenden sich in einem Aufruf an den Bundesrat und die Konferenz der Kantonsregierungen.

SBS.COM – Dateline: Switzerland's Stolen Generation Children deemed to be at risk were taken from their families and abused as slave labour in Switzerland, but they're still waiting for an apology.

RTS.CHInvitée – Ursula Biondi, ex détenue administrative Les victimes d'internement administratifs réclament justice. Ils ont obtenu des excuses de la confédération. Ils veulent une réparation complète, y compris financière.
Dankeskarte

Gesprächstermin zwischen Frau Margrith Hanselmann Generalsekretärin SODK und Frau Ursula Biondi Vertreterin des Vereins RAVIA im Haus der Kantone , Büro 281 – Wer schädigt muss entschädigen - Unsere Forderungen an den Staat.

LEMATIN.CH«Les excuses ne suffisent pas» Les «internés administratifs» de Suisse demandent des indemnités aux cantons et à la Confédération. Berne voudrait s'en tenir à une réhabilitation sans frais. En septembre 2010, la conseillère fédérale Eveline Widmer-Schlumpf les avait présentées au nom du pays lors d'une journée à la prison pour femmes de Hindelbank, dans le canton de Berne. Ce jour-là, une ancienne internée zurichoise, Ursula Biondi-Müller, avait exprimé l'incompréhension et la souffrance des personnes qu'on avait enfermées «sans jugement». Elle-même, à l'âge de 17ans, alors enceinte d'un homme divorcé, avait passé une année derrière les barreaux sans avoir commis le moindre délit. Dorénavant, l'ex-détenue, porte-parole de la RIA, estime qu'un véritable dédommagement est nécessaire : «Les excuses ne sont pas suffisantes. Nous ferons des propositions le 2 mai prochain devant la Conférence des directrices et directeurs cantonaux des Affaires sociales. Ce système arbitraire scandaleux nous a fermé des portes depuis l'adolescence. Tant que les autorités n'indemnisent pas pour leur attitude, elles seront capables de refaire la même chose sous une autre forme.»