Die letzte Hexe Anna Göldi bekommt ein Museum
«Alle Menschen sind vor dem Gesetz

gleich.» So steht es in der Bundesverfassung. Das war nicht immer so. Bis in das späte 18. Jahrhundert

wurden nicht genehme Frauen als Hexen verfolgt; 1782 wurde Anna Göldi als «letzte Hexe» in Europa

hingerichtet. Ihr Fall ist bis ins letzte Detail dokumentiert, weil der damalige Ratsschreiber eine

Abschrift in Sicherheit brachte.

 

Ihr Schicksal gilt als beispielhaft für die Justizwillkür zur Zeit der alten

Eidgenossenschaft, schreibt die Anna-Göldi-Stiftung.

 

Ein weiterer Zeitzeuge TURI HONEGGER IST TOT ⋅ Am Dienstag ist der Schriftsteller und

Journalist Arthur Honegger in Nesslau 92jährig gestorben. Mit seinem aufwühlenden Tatsachenroman «Die

Fertigmacher» aus dem Jahr 1974 über das Unrecht an den Verdingkindern hat er Schweizer

Literaturgeschichte geschrieben.

 

Grossrätin Vera Stiffler macht jetzt Nägel mit Köpfen! Warten auf Anerkennung!

 

31. März 2018 letzte Frist für Beitragsgesuche - Kanton Wallis: Die Opfer sind vor

allem von Amtes wegen bei Privaten oder in Heimen platzierte Kinder, administrativ versorgte Personen

(in geschlossenen Anstalten, manchmal in Strafanstalten), Personen, deren Recht auf Zeugung

eingeschränkt worden ist (Sterilisation, Zwangsabtreibungen), zwangsadoptierte Kinder und Personen, die

medizinischen Tests unterworfen worden sind.

 

Am 20. August öffnet in Glarus-Ennenda das Anna Göldi Museum. Museumseröffnung

Erinnerungsort für die letzte Hexe
Walter Hauser: Erstmals wird der gut dokumentierte Prozess

der 1782 hingerichteten Dienstmagd mit interaktiven Elementen dargestellt. Und zwar im

denkmalgeschützten Hänggiturm mitten im Kanton. Besonderes Gewicht bekommen dabei das Thema

Menschenrechte sowie der noch immer aktuelle Kampf gegen Justizwillkür und Amtsmissbrauch. «Wir zeigen,

wie selbstherrlich Justiz und Politik damals in unserem Land handelten», sagt Hauser. «Und wie

Menschenrechte noch heute vielerorts mit Füssen getreten werden.»

 

Theresa Rohr ging zurück an den Ort, an dem sie als Verdingkind gequält wurde

 

Das ist ein Schutzmechanismus"

 

Grausam - Örtliche Vormundschaftsbehörden und kantonale Ämter behandelten Menschen wie

Tiere. -

Man verfrachtete sie in Gefängnisse, Kinderheime und Heilanstalten. Was dann mit ihnen passierte, war

egal …

 

Was die Opfer von Zwangsmassnahmen davon abhält, Geld einzufordern
Ursula

Biondi, eine der Vorkämpferinnen der Wiedergutmachungsbemühungen sagt:«Die Politik hat viel zu lange

gewartet. Viele sind inzwischen gestorben.» Andere seien nach dem zögerlichen Vorgehen von Bundesrat und

Parlament resigniert und wütend, dass sie so lange hingehalten worden seien. «Man hätte das schon um die

Jahrtausendwende machen können.»

 

Verdingkinder: Streit um nicht abgeholte Millionen - Laut Historiker Lis stellt sich

jedoch grundsätzlich die Frage: Wie nachhaltig ist diese Solidaritätsbekundung der Politik? Hat sich

wirklich etwas geändert in unserer Gesellschaft? Oder werden diese Leute immer noch ausgegrenzt? Er

hofft, dass die Opferperspektive in der geplanten Nationalfonds-Studie zur Aufarbeitung der

Zwangsmassnahmen gebührend Platz einnehmen wird.

 

Bitte weiterleiten - DANKE! Man wolle alles versuchen, um die Opfer dazu zu bewegen,

ihr Recht wahrzunehmen, sagt Luzius Mader, Delegierter für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen.

 

 

Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen – 2536 Gesuche
Der Delegierte Luzius

Mader hofft, dass möglichst alle Opfer ihren Anspruch auf einen Solidaritätsbeitrag geltend machen.

Gemeinsam mit dem Präsidenten der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren

(SODK), Regierungsrat Peter Gomm, und Guido Fluri, dem Vater der Wiedergutmachungsinitiative, ruft er

die Opfer dazu auf, Gesuche einzureichen.

 

Solothurn spricht 1 Million für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen

 

"Ihnen gehört unser Mitgefühl" - Als Zeichen der Anerkennung und Wiedergutmachung

des erlittenen Unrechts und des Leids hat die Standeskommission beschlossen, in den vom Bund errichteten

Solidaritätsfonds für Opfer von Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen einen Beitrag von 200'000

Franken einzuzahlen. "Ihnen allen gehört unser Mitgefühl", sagte Fässler.