Zur Erinnerung: Zehntausende wurden auf beschämende Art zwangsversorgt

NZZ.CHGeld allein heilt keine Wunden - Die seelischen Wunden der Betroffenen sind zu tief, als dass der Solidaritätsbeitrag von 25 000 Franken pro Person heilen könnten.

8000 «Verdingkinder» haben sich beim Bund gemeldet

SRF.CHFast 800 Gesuche aus den Kantonen Aargau und Solothurn

TAGESANZEIGER.CHNie wieder sollte jemand ihre Akte lesen – Die Bernerin Mili Kusano hat Anspruch auf finanzielle Wiedergutmachung für Verdingkinder. Ein Jahr lang hat sie mit sich gerungen.

SRF.CHNoch bis Dienstag um Mitternacht können Gesuche um einen Solidaritätsbeitrag abgeschickt werden – Verdingkinder, Fremdplatzierte oder gar Zwangssterilisierte. Bis in die 80er Jahre wurden solche fürsorgerischen Zwangsmassnahmen durchgeführt. Der Bund will Betroffene dafür nun finanziell entschädigen. Lange schien es, dass viel weniger Personen als erwartet ein Gesuch einreichen. Nun sind es aber doch rund 8'000, wie das Bundesamt für Justiz mitteilt.

NAU.CHWiedergutmachungs-Frist läuft ab - 7839 Verdingkinder und Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen wollen Geld. Seit 2017 ist ein Gesetz in Kraft, welches die Aufarbeitung von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen verlangt. Betroffene können noch bis Ende März einen Solidaritätsbeitrag verlangen.

RTR.CH"Verdingkinder" - In trist chapitel en listorgia da la Svizra

TIO.CH – Il Governo si scusa con le vittime di misure coercitive – Durante la cerimonia di commemorazione è stata posata una statua all'Archivio di Stato. Bertoli: «Percorriamo il cammino verso la verità, evitando di cadere nell'oblio». Gianora: «Restiamo vigili»

LAREGIONE.CH – Il Ticino chiede scusa alle vittime di misure coercitive a scopo assistenziale - Il presidente del Governo Bertoli ha parlato stamane di scelte politiche sbagliate, di una macchia che rimarrà nei nostri archivi storici. Un gesto apprezzato dalle molte vittime presenti.

20MIN.CHMit einer Karikatur macht ein Betroffener darauf aufmerksam, dass die Frist für den Solidaritätsbeitrag für Verdingkinder abläuft.

SRF.CHBis Ende kommender Woche läuft die Frist ab. Was, wenn Menschen sich erst später entscheiden, sich zu melden. – Diese Frist wurde vom Parlament festgelegt. Das ist wichtig. Wenn die Frist länger angedauert hätte, wären diese Menschen vielleicht gestorben.

BERNERZEITUNG.CH – Um die Trauer betrogen - Erna Eugster wurde als Jugendliche in Heime und Anstalten eingewiesen, ohne offiziell verurteilt worden zu sein. Noch ­heute leidet sie darunter. Die Eltern haben sie um alles betrogen. Um die Kindheit, die Jugend, das Leben. Und als die Mutter dann vor fünf Jahren starb, auch noch um die Trauer. «Ich weinte nicht, brach nicht in Schreikrämpfe aus. Das Einzige, was ich fühlte, war Erleichterung», sagt Erna Eugster, 66-jährig, heute. Traurig sei das. Aber eben auch die Wahrheit.

Einflüsse des Zeitgeistes und politisches Kalkül dürfen niemals den Umgang mit den Schwachen der Gesellschaft bestimmen. - Stattdessen sind es die Prinzipien des Menschenrechts und der Würde des Einzelnen, die unverrückbar als oberster Grundsatz gelten müssen. Alles andere fällt früher oder später schmerzhaft auf uns zurück.

SRF.CHGewalt im Namen der Barmherzigkeit - Das Leben der 68-jährigen Marie-Lies Birchler erinnert an ein düsteres Kapitel der Schweizer Sozialgeschichte: Bis 1981 war es den Behörden erlaubt, Eltern ihre Kinder zwangsweise wegzunehmen. Für schwer betroffene Verdingkinder hat der Bund jetzt einen «Solidaritätsbeitrag» von 25'000 Franken gesprochen.