Solidaritätsbeiträge für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen: Erste Auszahlungen - 366 Opfer erhalten Geld schon im Januar 2018

HERISAU - Appenzell Ausserrhoden wird sich mit 435'000 Franken am schweizerischen Solidaritätsfonds beteiligen. Daraus werden die Opfer von administrativen Zwangsmassnahmen entschädigt. Zudem sollen die Einweisungen in die Arbeitsanstalt Gmünden untersucht werden.

CHAM - Der Gemeinderat entschuldigt sich. - In der Schweiz sind Zehntausende von Personen Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen. Auch in Cham gibt es betroffene Menschen, denen deswegen Unrecht widerfahren ist. Dafür entschuldigt sich der Gemeinderat Cham in aller Form bei den Opfern und Angehörigen. Er leistet einen Beitrag in der Höhe von 50 000 Franken an den Solidaritätsfonds des Bundes als Zeichen der Wiedergutmachung. Aus dem Fonds des Bundes in der Gesamthöhe von 300 Millionen Franken sollen alle Opfer für das erlittene Unrecht einen Solidaritätsbeitrag erhalten.

Solidaritätsbeitrag für Verdingkinder: Aufruf und Entschuldigung zugleich

Zur Erinnerung: Wie frühere Verdingkinder heute leben - Video-Interviews mit zwei ehemaligen Verdingkindern, dem Fotografen Peter Klaunzer und dem Präsidenten des Vereins «netzwerk-verdingt». Vieles, was die Porträtierten ihm erzählten, habe ihn schockiert, sagt der Fotograf. «Die Bandbreite der Verbrechen ist unglaublich.»

Südostschweiz - Eheverbot und Sterilisation – Laut Aliesch wurde das Sippenarchiv von Gottlob Pflugfelder (1915–2003) angelegt, der von 1951 bis 1977 als Direktor der Klinik Waldhaus tätig war. Sein Archiv «enthält nach Bündner Grossfamilien geordnet vor allem Stammbäume und psychiatrische Patientengutachten zu einzelnen Mitgliedern der Familien». -Auf der Grundlage des Sippenarchivs untersuchte Aliesch, inwiefern Bündner Jenische aus erbbiologischen Erwägungen von Massnahmen wie Eheverboten, Sterilisationen oder Anstaltseinweisungen betroffen waren. Damit leistet die Historikerin einen wichtigen Beitrag, die Diskriminierung von Jenischen in Graubünden weiter aufzuarbeiten.

«Zwang war der Normalfall» «Renitent», «liederlich», «asozial» oder «arbeitsscheu». Diese Attribute reichten, um bis 1981 Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen zu werden. Zum internationalen Tag der Menschenrechte wurde im Kafi Klick dieses dunkle Kapitel schweizerischer Geschichte beleuchtet. Welches Unrecht die Betroffenen erfahren haben, und welche Ungerechtigkeiten auch heute, über 30 Jahre später, noch herrschen, schildert der Historiker Thomas Huonker im Gespräch mit Julian Büchler.

Die Kirche muss dem Opferschutz Priorität einräumen – Eine staatliche australische Missbrauchskommission empfiehlt der katholischen Kirche, den Pflichtzölibat aufzuheben. Das ist ungewöhnlich, aber nur folgerichtig.

Zehntausende Kinder in Australien missbraucht - Premierminister Malcolm Turnbull spricht von einer «nationalen Tragödie».

Buchtipp: «Niemandskinder» - Erziehung in den Heimen der Stiftung Gott hilft 1916-2016 – Christine Luchsinger, Staatsarchiv Graubünden. Heimkinder galten im frühen 20. Jahrhundert als «verstockt». Später wurden sie als «verhaltensgestört» beschrieben. Heute bezeichnet sie die Forschung oft als traumatisiert. Haben sich die Kinder so gewandelt, oder änderte sich der gesellschaftliche Blick auf sie? Anhand der Kinderheime der Bündner Stiftung Gott hilft geht die Autorin diesen Fragen nach.

Hinter dem Altar – Ein Film von Jesus Garcés Lambert, Lucio Mollica, Vania Del Borgo, John Dickie Erst Papst Benedikt XVI. führte offiziell eine Politik der Nulltoleranz ein und verlangte strenge Richtlinien gegen den Missbrauch von Kindern. Als sein Nachfolger Franziskus 2013 gewählt wurde, weckte er die Hoffnung, dass nun nicht nur fehlbare Pfarrer bestraft würden, sondern auch deren Vorgesetzte in der kirchlichen Hierarchie, welche oft die Übeltäter gedeckt hatten.

Child-friendly Justice2020 – Die Vernehmlassungsantworten haben es gezeigt: Eine Ombudsstelle für Kinderrechte ist eine wichtige Ergänzung in der nationalen Menschenrechtsinstitution, um den Kindern Zugang zum Rechtssystem und zu bestehenden Beschwerdemechanismen zu ermöglichen.

Licht ins Dunkel der Bündner Psychiatrie - Kanton rollt Psychiatriegeschichte auf

Unabhängige Expertenkommission (UEK) Administrative Versorgungen – Laufende Projekte - Zur Praxis der administrativen Versorgungen bestehen bereits einige Monografien, die sich auf einzelne Kantone oder Institutionen bezogen. Diese Tendenz setzte sich in den neusten, insbesondere in den von Kantonen in Auftrag gegebenen Studien fort. Für weiterführende Forschungsarbeiten bilden diese Studien eine wichtige Grundlage.

Tag der Menschenrechte - Menschenrechte für Einsteiger/innen - eine Einführung