Spiegel Online Kindersklaven in der Schweiz: "Du bist nichts"
Die Geschichte von Alfred Ryter ist kein grausamer Einzelfall, es ist die Geschichte ganzer Generationen in der Schweiz. Zehntausende Kinder erlebten bis in die Achtzigerjahre hinein Willkür und Gewalt in "fürsorgerischen Zwangsmassnahmen": bei Pflegeeltern oder in Erziehungsanstalten, als Kleinkinder oder Teenager, zwei Jahrhunderte lang. Mit am heftigsten betroffen waren Verdingkinder, der Staat überließ sie Pflegeltern. So wie 1948 den siebeneinhalbjährigen Fred.

 

 

Enfants placés - «C'est un jour historique pour la Suisse

 

Historischer Entscheid des Ständerates - Das Ja zu einer Wiedergutmachung wurde möglich, da sich im Vorfeld der Debatte eine breite Allianz für diese Lösung stark gemacht hat. Im Initiativ- und Unterstützungskomitee der Wiedergutmachungsinitiative sitzen National- und Ständeräte aller Parteien. Auch die Schweizer Landeskirchen, der Bauernverband, die Mehrheit der Kantone, die Kantonskonferenzen der Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK), des Kindes- und Erwachsenenschutzes (KOKES) und der Archivdirektorinnen- und Archivdirektoren (ADK) sowie der Gemeinde- und der Städteverband und zahlreiche weitere Verbände unterstützen eine umfassende Wiedergutmachung.
Initiativkomitee & Unterstützungskomitee

 

SRF1 - Ehemalige Verdingkinder und andere Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen erhalten vom Bund einen Solidaritätsbeitrag von bis zu 25'000 Franken. Nach dem Nationalrat befürwortete auch der Ständerat den indirekten Gegenvorschlag des Bundesrates zur Wiedergutmachungsinitiative.

 

HANDELSZEITUNG.CH - Ehemalige Verdingkinder und andere Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen erhalten vom Bund einen Solidaritätsbeitrag von bis zu 25'000 Franken. Nach dem Nationalrat sprach sich auch der Ständerat für den Gegenvorschlag zur Wiedergutmachungsinitiative aus. Die kleine Kammer hiess die Gesetzesvorlage des Bundesrates am Donnerstag mit 36 zu 1 Stimme gut.

 

TAGESANZEIGER - Bund entschädigt ehemalige Verdingkinder - Beide Kammern haben für ein Gesetz gestimmt, das Opfer von Zwangsmassnahmen finanziell entschädigt. Die Initianten der Wiedergutmachungsinitiative zeigen sich erfreut.

 

Eine Sonderbriefmarke für Verdingkinder - Die Schweizerische Post hat eine neue Sonderbriefmarke herausgebracht. Es soll auf das Leiden der Verdingkinder aufmerksam machen. Die Marke – im Wert von einem Franken – wird für einen Franken und Fünfzig Rappen verkauft. Die zusätzlichen Einnahmen kommen voll umfänglich den Verdingkindern zugute. - Die Briefmarke kann man ab sofort bei der Post beziehen.

 

Blick.ch In Gedenken an das erlittene Unrecht widmet die Schweizerische Post den Opfern von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen eine Sondermarke mit Zuschlag. Vertreter der Post haben das Wertzeichen heute Bundesrätin Simonetta Sommaruga sowie Vertreterinnen und Vertretern der Opfer übergeben. Die Zusatzeinnahmen aus dem Verkauf kommen vollumfänglich den Opfern zugute.

 

Handelszeitung.ch - Philatelie - Die Post widmet dem dunklen Kapitel eine Sonderbriefmarke.
Verdingkinder, Zwangssterilisierte, administrativ Versorgte: Bis in die frühen 80er-Jahre waren fürsorgerische Zwangsmassnahmen üblich. Die Post widmet dem dunklen Kapitel eine Sonderbriefmarke.

 

Die Lupe - Das Briefmarkenmagazin
Die Zusatzeinnahmen der Sonderbriefmarke mit Zuschlag fliessen vollumfänglich in den Soforthilfefonds für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen (FSZM) vor 1981.

BLICK.CH - Paul Richener (67) war in Nusshof BL Verdingkind – heute ist er dort Gemeindepräsident - Die Willkür, die Schläge und die Erniedrigungen verfolgen Richener bis heute.

 

LALIBERTE.CH - Quand on internait les filles-mères - En Suisse, jusqu’en 1981, les citoyens trop «dérangeants» pouvaient être emprisonnés sans jugement...

 

 

Das Magazin der Reformierten - Wo Nächstenliebe nur ein Wort war
Bis 1981 wurden Tausende Kinder in Heime gesteckt oder bei Pflegeltern platziert. – Auch reformierte Institutionen waren an diesen Zwangsmassnahmen beteiligt.

Viele Opfer leiden bis heute - wie die Geschichte von Walter Emmisberger zeigt.

 

Eindrückliches Referat von Dr. Thomas Huonker an der Weiterbildungsveranstaltung PDAG Königsfelden
Entstehung, Formen und Dauer von Traumatisierungen in Biographien von Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen in der Schweiz vor 1981

 

Sibylle Forrer, evangelisch-reformierte Pfarrerin, spricht das aktuelle Wort zum Sonntag.