JOIZ-TV - Weil sie früh schwanger wurden oder einen «liederlichen Lebenswandel» führten, schickte man zwischen 1942 und 1981 Jugendliche ohne Gerichtsurteil in ein Gefängnis oder in ein Zwangsarbeitslager. Dort wurden sie für unbestimmte Zeit weggesperrt. Ursula Biondi war auch eine sogenannte «administrativ Versorgte» und erzählt in der joiZone von ihrer bewegenden Geschichte. Jungschauspielerin Rabea Egg skypt zudem in die Sendung und berichtet über die Dreharbeiten zum neuen TV-Film «Lina liebt», der das dunkle Kapitel der Schweizer Geschichte aufarbeitet.

Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in Graubünden - Neues Forschungsprojekt "versorgt" - Die Podiumsdiskussion war ein grosser Erfolg!

 

Volksinitiative - GEGENENTWURF DES BUNDESRATES ZUR WIEDERGUTMACHUNGSINITIATIVE:

Die Schweizer Sektion von Amnesty International betrachtet den Gegenentwurf des Bundesrates als weitgehend zufriedenstellende Alternative zur

Wiedergutmachungsinitiative. In einigen Punkten müsste die Vorlage allerdings noch angepasst werden, wenn ein wirklich gerechtes Gesetz

entstehen soll. - Die vollständige Stellungnahme (in zwei Sprachen) finden Sie unter diesem Link :

 

Geld für Verdingkinder spaltet die SVP

 

SRF1- Wiedergutmachungsinitiative: Mehrheit für Bundesrat-Vorschlag: Der Bundesrat will ehemaligen Verdingkindern 300 Millionen Franken zukommen lassen. Dies als Gegenvorschlag zur so genannten Wiedergutmachungsinitiative, die 500 Millionen fordert. Im Beitrag die Reaktionen von Parteien und Verbänden.

 

Ehemalige Heim- und Verdingkinder, Opfer von Medikamentenversuchen oder in Anstalten zur "Nacherziehung" Versorgte: Ihr Leid möchte der Bundesrat anerkennen mit dem Bundesgesetz über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981, dessen Vernehmlassungsfrist am Mittwoch endet.

 

Höhe der Entschädigung ist umstrittenDer Bundesrat will ehemalige Verdingkinder und administrativ Versorgte mit 300 Millionen Franken entschädigen. Parteien und Verbände begrüssen, dass dies rasch geschehen soll. SP und Grüne fordern aber höhere Zahlungen an die Opfer. Grundsätzlich dagegen ist die SVP.

 

Aargauer Gemeinden sollen für Verdingkinder auch zahlen müssen

 

Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen sollen keine Gebühren für Nachforschungen nach verschwundenem Geld zahlen. Der Nationalrat hat am Montag einem Postulat von Ursula Schneider Schüttel (SP/FR) mit 95 zu 78 Stimmen zugestimmt.

 

Ein Unternehmer bewegt die Politik - Als Kind wurde Guido Fluri herumgeschoben, heute engagiert er sich für die Opfer der früheren Schweizer Sozialpolitik.

 

Die eigene Geschichte nicht vergessen. - Arm, kulturfremd, schlecht qualifiziert: Als wir Schweizer noch selber Wirtschaftsflüchtlinge waren.

 

Hunger, Armut, Arbeitslosigkeit: Wirtschaftliche Not trieb im 19. Jahrhundert zehntausende Schweizer ins Ausland. Sie waren unsere Wirtschaftsflüchtlinge. Andere wurden zur Emigration gezwungen.

 

Literaturempfehlung: Bericht über Fürsorgerische Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in der Schweiz vor 1981

Bericht und Massnahmenvorschläge des Runden Tisches. PDF-Broschüre des Bundesamts für Justiz erhältlich in Deutsch, Französisch und Italienisch.

 

Die vor 1981 getroffenen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen gegenüber Jugendlichen und Erwachsenen sowie die Fremdplatzierungen von Kindern und Jugendlichen sind ein dunkles Kapitel der schweizerischen Sozialgeschichte. Viele unter uns lebende Mitmenschen leiden nach wie vor schwer unter dem Unrecht, das sie erfahren haben. Die Thematik ist noch kaum wissenschaftlich erforscht. Eine umfassende politische und gesellschaftliche Aufarbeitung erfolgte bisher nur teilweise (so z.B. bei den Kindern der Landstrasse und den Zwangssterilisierungen).

 

Die vom Runden Tisch im Bericht vorgeschlagenen weiteren Massnahmen betreffen die Anerkennung des Unrechts, die Öffentlichkeitsarbeit und organisatorische Vorkehrungen.

 

Leitfaden Aktensuche

 

Viele Fragen an das ehemalige Verdingkind
Ballenberg Wilderswiler Siebtklässler setzten sich mit der Ausstellung «Verdingkinder reden» im Freilichtmuseum Ballenberg auseinander. Die vielen Fragen, die dabei auftauchten, beantwortete Gottlieb Brunner, der selber Verdingkind war.

 

NZZ Schicksale von «Fremdplacierten» -Leid und Stolz
Hunderttausende von Kindern wuchsen in der Schweiz in Pflegefamilien auf und dienten als billige Arbeitskräfte. Die «Fremdplacierung» war laut einer Studie Armutsbekämpfung auf dem Buckel der Kinder.Über Vorgaben hinweggesetzt Seit der Einführung des Zivilgesetzbuchs 1912 sollten Fremdplacierungen nicht mehr armenrechtlich, sondern via Vormundschaft durchgeführt werden, also bei einer Gefährdung des Kindswohls. Die kommunale Praxis aber war anders, wie die Autoren nachweisen.