Tagung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) Montag, 21. März 2016, 9.00 Uhr

Die Rolle der reformierten Kirchen in der damaligen Heim- und Verdingkinderpraxis - Die reformierten Kirchen haben von Anfang an ihr Interesse an einer Aufarbeitung der Fremdplatzierungspraxis betont. Der Kirchenbund begründet die Notwendigkeit einer Aufarbeitung mit der Tatsache, dass fremdplatzierte Kinder und Jugendliche unter Ausbeutung und Missbrauch litten, wobei die zuständigen Behörden weggeschaut haben. Zu diesem dunklen Kapitel der Schweizer Geschichte gehört dazu, dass sich auch kirchliche Vertreterinnen und Vertreter, insbesondere im Heim- und Verdingkinderwesen, Verfehlungen haben zukommen lassen.

 

Zur Erinnerung! - Zwangsmassnahmen - Die Schuld der Schweiz

Mindestens 20'000 Heim- und Verdingkinder, administrativ Versorgte,

Zwangssterilisierte, Zwangsadoptierte und in Psychiatrien Versorgte dürften

in der Schweiz noch am Leben sein, schätzen Historiker. Kaum jemand, der

nicht in seinem näheren oder weiteren Bekanntenkreis einen direkt oder

indirekt betroffenen Menschen hat. Thomas Huonker, Historiker und Mitglied

des Initiativkomitees, sagt: «Der Staat hat die Grundrechte dieser Menschen

in krassester Weise verletzt. Dafür muss er sie entschädigen. Tut er das

nicht, setzt er die Diskriminierung fort.»

 

 

NZZ – Die bösen Geister der Kindheit

Im freiburgischen Kinderheim Marini missbrauchten Geistliche über Jahre hinweg systematisch Jugendliche. Wer sich dagegen wehrte, prallte gegen eine Mauer des Schweigens. Die Aufarbeitung von sexuellen Misshandlungen an Kindern beschäftigt die katholische Kirche seit Jahren. Ein Historikerbericht hat nun im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg eine weitere schmerzliche Geschichte ausgeleuchtet, die sich vor längerer Zeit abspielte.

 

 

„LINA« 51. Solothurner Filmtage 21. - 28. Januar 2016LINA Solothurner Filmtage

Es ist eines der düsteren Kapitel der Schweizer Geschichte: Bis 1981 war es möglich, Menschen auch ohne Gerichtsurteil oder psychiatrisches Gutachten wegzusperren, sei es wegen «Arbeitsscheu», «lasterhaften Lebenswandels» oder «Liederlichkeit»; betroffen waren vor allem junge Menschen. Der Spielfilm „LINA« erzählt von Lina, einer jungen Frau, die von den Behörden administrativ versorgt und dadurch eines normalen Lebens beraubt wurde. Ein Schicksal stellvertretend für viele, basierend auf wahren Ereignissen in der Schweiz!

 

Ausser man tut es - von Andrea Sprecher

 

 

Guido Fluri: Die Kesb stellt grundsätzlich einen Fortschritt dar.

 

Tages-Anzeiger: Zürcher Behörden platzieren weniger Kinder in Heimen.

Die professionellen Kesb-Behörden sind besser als ihr Ruf. Sie weisen Kinder zurückhaltender in Heime ein als einst die Laienbehörden.

 

 

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) sollen eine unabhängige Ombudsstelle erhalten. Die Guido Fluri Stiftung plant nun die Schaffung einer neutralen Ombudsstelle. Die KOKES unterstützt das Vorhaben. Die Ombudsstelle soll bereits nächstes Jahr ihre Arbeit aufnehmen, wie Guido Fluri, Unternehmer und "Vater" der Wiedergutmachungsinitiative, auf Anfrage sagte.

 

Unrecht gesetzlich anerkennen - Geplant ist aber mehr als

finanzielle Unterstützung: Es soll gesetzlich anerkannt werden, dass Opfern

von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen Unrecht angetan worden ist, «das sich

auf ihr ganzes Leben ausgewirkt hat», wie es im Gesetzesentwurf heisst.

 

Wiedergutmachung für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen
Das Unrecht, das die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen erlitten haben, soll anerkannt und wieder gutgemacht werden.

 

Natalie Rickli: «Verurteilte Pädophile haben sicher keine zweite Chance an Schulen verdient.» Wer bereits wegen sexuellen Handlungen mit Kindern verurteilt worden sei, habe nichts mehr zu suchen in einem Beruf mit Kontakt zu Minderjährigen. «Das schützt den Täter auch vor sich selber.»

 

Parlament lockert Bestimmungen - Das Parlament hat die Bestimmungen für KESB-Präsidien gelockert. Die Präsidentinnen und Präsidenten müssen nicht zwingend Juristen sein.

 

Ueli Mäder im Interview - «Was ist das für eine Demokratie, die vor den Pforten der Wirtschaft haltmacht?»

 

Schweine-Priester - Schamlos hatten auch damals viele Vormünder, Heimleiter und Pflegepersonen das Konto von ehemaligen Fremdplatzierten Kinder geplündert.Als Vormund plünderte er das Konto seines geistig behinderten Mündels fünfeinhalb Jahre lang! Er hatte als Beistand Zugriff auf dessen Bankkonto: Über 400 Mal bediente er sich am Gut­haben. Insgesamt sackte der Seelsorger 252 341.05 Franken ein. Dann war das Konto leer.

 

Erfolgsautor Philipp Gurt wurde in Kinderheimen geschlagen und missbraucht: Der Albtraum hörte erst mit 12 auf.