TAGESWOCHE.CH«Mein ganzes Leben wurde immer wieder zerfetzt» - «Mich kann man mitnehmen», stand auf einem Kartonschild, das 1953 um den Hals des knapp siebenjährigen Hanspeter Bobst hing. Seine Eltern hatten ihren Zweitgeborenen mit dieser Botschaft und einem Koffer in der Hand vor dem Badischen Bahnhof abgesetzt. «Mich kann man mitnehmen» – ein Satz, den man normalerweise auf Zetteln auf ausgedienten Möbelstücken liest, die auf die Strasse gestellt werden.

TAGESWOCHE.CH«Administrativ versorgt» und im Archiv versenkt - Allein schon die Jahreszahlen lassen einen leer schlucken: Es geht um Schicksale aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und nicht aus der sozialpolitisch grauen Vorkriegszeit oder dem 19. Jahrhundert. Die Rede ist von den sogenannten Verdingkindern sowie anderweitig «administrativ versorgten» Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, von Opfern von Zwangssterilisation und -abtreibung oder Kastration.

LIMMATTALERZEITUNG.CHVerdingkinder: So hilft der Staat seinen Opfern von gestern - Die Opfer waren seelischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt oder erlitten sexuellen Missbrauch. Der Bund schätzt, dass heute schweizweit noch zwischen 12 000 und 15 000 Betroffene am Leben sind.

NZZ.CH«Fürsorgerische Zwangsmassnahme»: Der Begriff hat es in sich – Für Tausende von Betroffenen bedeutete der gutgemeinte Zwang der Behörden einen schmerzhaften Eingriff in ihre Biografie. Es geht um uneheliche Kinder, die auf Bauernhöfen verdingt wurden, um Zwangssterilisationen, Entmündigungen, Heimeinweisungen.

Le Matin – Aide financière Enfants placés: fin mars, il sera trop tard pour eux - 31 MARS 2018: Date butoir à partir de laquelle les anciens enfants placés ne pourront plus réclamer leurs 25 000 fr.

Medienmitteilung / Communiqué de presse / Comunicato stampa - Fürsorgerische Zwangsmassnahmen: Der Runde Tisch hat seine Aufgaben erfüllt: Gesuche können noch bis am 31. März 2018 eingereicht werden Bisher sind beim BJ 5261 Gesuche um einen Solidaritätsbeitrag in Höhe von 25 000 Franken eingegangen; die ersten Beiträge konnten im Januar 2018 ausbezahlt werden. Personen, die sich als Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 betrachten, können noch bis zur gesetzlich festgelegten Frist vom 31. März 2018 ein entsprechendes Gesuch einreichen. Sie können sich dabei unentgeltlich von den kantonalen Anlaufstellen und Staatsarchiven unterstützen lassen. Die kantonalen Anlaufstellen helfen beim Ausfüllen des Gesuchs und veranlassen die Aktensuche bei den Staatsarchiven.

BAUERNZEITUNG.CHMehr Gesuche erwartet - Bemerkung: Das Unrecht und die Auswirkungen der damaligen Behördenwillkür sind verheerend. Hier ein kürzliches Zitat des Historikers Thomas Huonker Mitglied der UEK, unabhängigen Expertenkommission administrative Versorgungen: „Es ist nun so, dass die meisten Opfer bereits verstorben sind. Viele sind in der Folge ihrer psychischen und physischen Misshandlungen eben nicht sehr alt geworden«

BAUERNZEITUNG.CHDie Verdingkinder von gestern und die Bauern von heute - Paul Richener beispielsweise wollte als ehemaliges Verdingkind immer seine ehemaligen Peiniger mit dem erlittenen Leid konfrontieren. Die Täter sind längst verstorben. Tröstlich und versöhnend wäre da für das ehemalige Verdingkind zu wissen, dass die Geschichte nicht nur ihn weiter verfolgt, sondern gerade auch von den Bauern wachgehalten wird.

BEOBACHTER.CHZwangsmassnahmen: Endlich Gerechtigkeit für Verena W. - Vor 60 Jahren wurde Verena W. staatlich versorgt und dabei gequält. Jetzt erhält die 84-Jährige als eine der Ersten einen Beitrag zur Wiedergutmachung.

SUEDOSTSCHWEIZ.CH – Bis zum 31. März können die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen beim Bund ein Gesuch um einen Solidaritätsbeitrag einreichen. Nur rund 5000 von schweizweit 12 000 geschätzten Betroffenen haben dies bisher getan. Darunter 119 Bündner.

Freddy Blassnig - «Malen und Zeichnen ist für mich eine gute Therapie.» Geboren am 9. September 1944, kam er mit 8 Jahren, nach dem Tod seines Vaters, ins Waisenhaus Winterthur, anschliessend in ein Lehrlingsheim.

SRF.CHKind und Kegel – Uneheliche Kinder – bis heute ohne (Erb-)Rechte – Uneheliche Kinder waren bis 1977 Kinder zweiten Ranges – auch per Gesetz. Wie die abgeschaffte Zahlvaterschaft bis heute nachwirkt.

TAGBLATT.CHErlittenes Leid erträglicher machen

TVO – Verdingkinder sollen Entschädigung erhalten – Auch im Altersheim

Pour la première fois, le Valais dispose du nombre précis de personnes soumises à un internement administratif de 1950 à 1980 - L'une des victimes, un Valaisan de 73 ans, qui vient d'envoyer sa demande de réparation à la Confédération, témoigne.