Verdingkinder finden in ihren Akten Sparhefte. Es sind nachrichtenlose Vermögen – wohl in Milliardenhöhe.

 

Swissinfo: Bis 1981 wurden in der Schweiz 100'000 Kinder aus ärmlichen Verhältnissen in Familien oder in Institutionen fremdplatziert. Immer mehr dieser Opfer überwinden ihre Scham und verlangen nach Wiedergutmachung und Ankerkennung.

 

Geschlagen, weggesperrt, vergessen
Ohne dass Kunz straffällig geworden wäre, sperrte man den «Arbeitsscheuen» und «sittlich Gefährdeten» insgesamt beinahe zehn Jahre ein, erstmals im Alter von zwölf Jahren.

 

Der Kanton Zürich leistet ein Stück weit Wiedergutmachung für ein dunkles Kapitel Schweizer Geschichte. Das Parlament hat knapp 900'000 Franken Lotteriegelder für ehemalige Zwangsversorgte bewilligt.

 

Kirchen gestehen ihre Mitschuld ein - VERDINGKINDER Sie wurden um ihre Kindheit betrogen, jetzt wollen sie Wiedergutmachung.

Gefordert ist auch die Kirche - Aufarbeitung tut not.

 

«Ich werde täglich bestraft»

 

Eine Aufarbeitung der Geschichte von Heim- und Verdingkindern ist notwendig, damit die verantwortlichen Stellen benennt und die Betroffenen rehabilitiert werden. Ein solches Gebaren der Behörden darf sich nicht mehr wiederholen. Wo war da eine Kontrolle? Wer wusste davon und sah weg?

 

Soforthilfefonds Pharma zahlt an Opfer - Mit Hochdruck läuft derweil die Unterschriftensammlung zur Wiedergutmachungsinitiative, die vom Beobachter unterstützt wird. Rund 80'000 Personen haben das Volksbegehren bisher unterzeichnet

 

Genugtuung - Die Opfer von Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen sehen das Geld vom Bund als erste Erleichterung.

 

MEDIENMITTEILUNG - Soforthilfefonds: Glückskette überweist erste Beiträge an Betroffene.

Die Hilfe für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen läuft an. In diesen Tagen erhalten die ersten von ihnen einen Beitrag aus dem Soforthilfefonds.

 

Am heutigen Nationalfeiertag, 1. August 2014, tritt das Bundesgesetz über die Rehabilitierung der administrativ versorgten Menschen definitiv in Kraft.

 

Der Kampf war steinig und hart! Weiterlesen

Kann Unrecht gut gemacht werden? zum Vortrag

Der Kampf war steinig und hart!

Kurzer Rückblick:

 

Zwischen 2000 und 2007 habe ich mich mit verzweifelten Briefen und E-Mails, wie das Beispiel an "humanrights.ch" zeigt, an verschiedene Personen und Institutionen gewandt. Damals gab es für mich noch keinen "Beobachter". Auch die Begriffe "administrativ Versorgte" oder "Administrativjustiz" waren mir zum damaligen Zeitpunkt noch fremd. Aber schon zu jener Zeit kämpfte ich für eine Rehabilitierung der Betroffenen, die ich noch "Systemgeschädigte" nannte.

 

Wenn ich nachfragte, ob es Sinn machen würde, eine IG, einen Verein oder gar eine Stiftung für Systemgeschädigte zu gründen, erhielt ich in der Folge meistens solche Antworten:

 

"Dies wäre begrüssenswert, denn bisher gibt es in der Schweiz leider keine Organisation, die systematische Abklärungen zur Frage der Rehabilitierung und Wiedergutmachung tätigt"…

 

Durch glücklichen Zufall gelangte ich schliesslich im November 2007 an die EFK-Leiterin Elisabeth Keller und kurze Zeit danach an Dominique Strebel, damaliger Redaktor und Jurist des Beobachters, an den sie mich verwiesen hatte. Nur dank seiner intensiven Recherchen, und etwas später derjenigen der Historikerin Tanja Rietmann und der Unterstützung durch Nationalrätin Jacqueline Fehr und Nationalrat Paul Rechsteiner (heute SR) fing man an, mir das Erlebte und die Auswirkungen der damaligen fatalen Behördenpraktiken zu glauben. Damit war dann endlich der entscheidende Durchbruch gelungen.

 

Durch die vielen und andauernden Medienberichte meldeten sich immer mehr Betroffene, PolitikerInnen, HistorikerInnen, Medienleute etc., die zusammen mit uns so viel Engagement mitbrachten, dass wir heute unser erreichtes historisches Ziel feiern können. Unser gemeinsames Engagement wird das Land im positiven Sinne verändern, denn wer die Vergangenheit kennt, gestaltet auch die Zukunft anders.

 

Im Namen aller Betroffenen bedanke ich mich bei allen von ganzem Herzen, die das bis heute Erreichte in irgendeiner Form möglich gemacht haben.

 

Herzlich

Ursula Biondi

 

Präsidentin Verein RAVIA

www.administrativ-versorgte.ch

 

 

P. S. Pendent sind u. a. die Wiedergutmachungsinitiative sowie die Einrichtung eines Solidaritätsfonds, der noch einer gesetzlichen Grundlage bedarf.

 

Wiedergutmachungsinitiative: Derzeit sind bereits 70 000 Unterschriften beisammen, die Initiative ist auf gutem Weg und Fluri hofft, diese noch in diesem Jahr einreichen zu können. «Viele Menschen sind alt und haben nicht mehr viel Zeit», sagt er. «Die Bevölkerung kann nun ein starkes Zeichen der Solidarität für diese schwer betroffenen Menschen geben.»

 

SRF1 Reporter Sélection - Diesen Sommer zeigt «Reporter» eine Auswahl von Filmen, die nach der Ausstrahlung hohe Wellen geworfen haben
Sendetermine Erste Ausstrahlung: Sonntag, 27. Juli 2014, 21:40 Uhr, SRF 1

 

Kirchenbundpräsident will Aufarbeitung für Fürsorgeopfer - Gottfried Locher unterstützt Wiedergutmachungsinitiative: «Wir können noch helfen.»