Freiburger Nachrichten – «Es ist, als hätte es die Kinder nie gegeben»

Jean Ziegler: Die Schweiz, mein Land, hat ein schreckliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen - Als dieses Nazigesetz noch in Kraft war, sass ich im Nationalrat. Ich tat nichts. Ich schäme mich. Bis zu meinem Lebensende. Das fürchterliche Nazigesetz zur «administrativen Versorgung» wurde erst 1981 aufgehoben. Verzweiflung und zerstörtes Leben waren in den meisten Fällen das Los der «Versorgten» - Jean Ziegler zeigt Mut hinzustehen und ich danke ihm dafür! Ich hoffe fest, dass sich noch weitere Verantwortliche melden werden. -Ursula Biondi

Experimente an Patienten - Medikamententests an Psychiatrie-Patienten hatten System

NAU.CH«Betroffene haben langen Weg vor sich» - Opfer von Medikamentenskandal spricht über seine Erfahrungen. Auch in der Psychiatrischen Klinik Wil SG wurden Medikamente an Patienten getestet. Dass Missstände aufgedeckt werden sei zwar gut, sagt Walter Emmisberger, der selbst Opfer solcher Tests wurde. Betroffene hätten aber mehr von unbürokratischer finanziellen Unterstützung.

SRF.CHAuf der Seeseite – Die Medikamentenversuche von Münsterlingen - Elisabeth Ravasio war gegen ihren Willen als 15-jähriges Mädchen von 1959 bis 1961 in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen interniert. Sie wurde mit Lederriemen ans Bett fixiert und ruhig gespritzt, die Nase wurde ihr so lange zugehalten, bis sie Pillen schluckte. Einmal wurde sie einer zehntägigen Schlafkur unterzogen. Sie erinnert sich noch heute, wie unter Patienten die Rede davon war, sie seien alle Versuchskaninchen.

TAGBLATT.CHDie Sendung «Schweiz aktuell» über die flächendeckenden Medikamententests von den 1950er- bis Ende der 1970er-Jahre. Prominentestes Beispiel ist die Klinik Münsterlingen im Thurgau. Dort hat der Psychiater Roland Kuhn systematisch Medikamentenversuche an Patienten durchgeführt – ohne deren Einwilligung.

NZZ.CHStreit zwischen Eltern machen Kesb zu schaffen - Wer mit den Kesb in Berührung kommt, versteht die Verfahren im Kindes- und Erwachsenenschutzrecht oftmals nicht. Vor allem zerstrittene Elternpaare geraten rasch in eine Sackgasse. Das verschärft die Konflikte, zeigt eine Untersuchung der Universität Freiburg.

BLICK.CHNeue Studie zeigt Massnahmen für Behörden auf Kesb sollen besser erklären, was sie tun

Buchtipp: Aus dir wird nie etwas! - Paul Richener – vom Verdingbub zum Gemeindepräsidenten

Buch über Überleben eines Kindes - Für seinen Mut wurde der Bündner Autor Philipp Gurt in der Kategorie "Emotionen" ausgezeichnet.

NZZ.CHEin zweites Mal Opfer sein? Nein, danke - Die fremdplatzierten Kinder der Unterschichten: Sie waren im 20. Jahrhundert die Sündenböcke der prosperierenden Schweiz. - Die Placierungen waren, rein formal gesehen, legal, wurden aber kaum kontrolliert. So konnten viele Aufseher machen, was sie wollten. Manche lebten ihren Sadismus aus.

BLICK.CHKaum Kraft ein Gesuch zu stellen - Warum sich viele nicht melden, ist nun wissenschaftlich untersucht worden. Die Gründe seien vielfältig, teilte die vom Bundesrat eingesetzte Expertenkommission zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen Versorgungen (UEK) am Donnerstag mit. Mit Sicherheit falsch wäre es, aus der Gesuchszahl zu folgern, dass es weniger Opfer gebe als angenommen.

UEKAmbivalenz des Angebots «Solidaritätsbeitrag»: Aus den Interviews wird deutlich, dass es den Betroffenen im Zuge der laufenden Aufarbeitung zu FSZM nicht ausschliesslich oder primär um eine finanzielle Entschädigung geht, sondern um eine Rehabilitierung der Opfer und um eine Bestrafung der Täter bzw. der Verantwortlichen. Genau dieses zentrale Bedürfnis vieler Betroffener kann mit dem Solidaritätsbeitrag jedoch nicht befriedigt werden. Im Gegenteil: Bei manchen Betroffenen dominiert gar das Gefühl, dass mit der Auszahlung eines Solidaritätsbeitrags letztlich die Schuld der Täter gesühnt wird, ohne irgendwelche Konsequenzen zu haben.

SRF.CHWarum verzichten offenbar so viele auf einen Solidaritätsbeitrag? Das Couvert ist beschriftet, abgeschickt ist es noch nicht. Walter Emmisberger ringt noch mit seinem Entscheid. Dass die Betroffenen gefragt werden, ob man bei den Behörden weitere Informationen über sie einholen kann, stört den 61-Jährigen: «Dadurch schrecken viele davor zurück, ein Gesuch einzureichen. Sie wollen nicht, dass alles noch einmal aufgewühlt wird.» «Es geht auch um meine Familie, wenn ich einmal nicht mehr da bin.» Emmisberger macht sich Sorgen um den Datenschutz.

Radio TOPNur ein Drittel aller Verdingkinder fordert Solidaritätsbeitrag ein Warum sich viele nicht melden, ist nun wissenschaftlich untersucht worden. Die Gründe seien vielfältig, teilte die vom Bundesrat eingesetzte Expertenkommission zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen Versorgungen (UEK) am Donnerstag mit. Mit Sicherheit falsch wäre es, aus der Gesuchszahl zu folgern, dass es weniger Opfer gebe als angenommen.